Brandschutzwissen

Automatische Sprinkleranlagen: Prinzip und aktuelle Normenlandschaft

Sprinkler reagieren lokal auf Wärme. Nicht „alle Sprinkler gehen gleichzeitig auf“: Bei konventionellen Systemen öffnen normalerweise nur ausreichend erhitzte Sprinkler im betroffenen Bereich.

DIN EN 12845VdS CEA 4001Sprinkler

Fachlich geprüft: 10. August 2026 · Von Matthias R. Eichenfeld

Wirkprinzip

Ein thermisches Auslöseelement hält den Sprinkler geschlossen, bis die lokale Temperatur den vorgesehenen Auslösebereich erreicht. Dann tritt Wasser aus und wird über den Sprühteller verteilt. Das System ist auf ein definiertes Brandrisiko und eine bestimmte Wasserleistung ausgelegt.

Risikoklasse bestimmt die Auslegung

Lagerart, Brandstoff, Verpackung, Raumhöhe, Lagerhöhe und Anordnung beeinflussen die erforderliche Schutzkonzeption. Ein Bürobereich und ein Hochregallager können deshalb völlig unterschiedliche Anforderungen haben.

DIN EN 12845 im Übergang

DIN Media führt DIN EN 12845:2020-11 noch bis September 2026 und kündigt DIN EN 12845:2026-09 als Ersatz an. Zusätzlich ist DIN EN 12845-2:2025-02 für ESFR- und CMSA-Sprinkler bereits veröffentlicht. Für reale Projekte muss deshalb geprüft werden, welche Ausgabe, behördliche Grundlage und Versichererrichtlinie anwendbar ist.

VdS CEA 4001

VdS veröffentlicht ergänzend die VdS CEA 4001. VdS nennt die im Januar 2024 erschienene 8. Ausgabe als aktuelle Ausgabe seiner Sprinklerrichtlinie.

Wasserweg und Betriebszustand

Eine Sprinkleranlage ist nur wirksam, wenn Wasserversorgung, Armaturen, Überwachung und geschützte Bereiche im vorgesehenen Zustand bleiben. Umbauten und Lageränderungen können die Schutzwirkung beeinflussen.

Brandschutz ist standort-, nutzungs- und gefahrenspezifisch. Konkrete Planung, Dimensionierung, Installation, Prüfung, Wartung und Einsatzmaßnahmen müssen nach den anwendbaren Vorschriften, Zulassungen, Versicherer-/Behördenanforderungen und durch qualifizierte Fachleute erfolgen.